Die Aussicht klingt verlockend: Wozu noch einen zusätzlichen MP3-Player mitnehmen, wenn das das Handy doch auch kann. Und in der Tat: Die meisten aktuellen Geräte schlagen sich in dieser Disziplin ausgesprochen gut – zumindest, wenn sie explizit als Musikabspieler beworben werden. Wichtig ist hier der Blick auf den verfügbaren Speicher und ob er sich gegebenenfalls durch eine Speicherkarte erweitern lässt. Sofern das Handy SD-Karten akzeptiert – egal ob in der Mini- oder Micro-Variante –, so sind hier schon mal 2 GB drin. Unterstützt das Handy zudem den neuen SDHC-Standard, so lässt sich der Speicher auch weit darüber hinaus ausbauen. Unser Tipp: 2 GB sollten es schon sein, wenn Ihnen die aufgespielte Musik nicht allzu schnell buchstäblich aus den Ohren heraushängen soll, und mit 8 GB im Handy brauchen Sie sich für die nächste Zeit keine Sorgen mehr zu machen, dass Ihnen unterwegs langweilig wird.
Aufs Handy kommt die Musik üblicherweise über eine mitgelieferte Software, die es mehr oder weniger komfortabel gestattet, MP3-Dateien zu überspielen oder direkt Musik-CDs auszulesen. Oft geht es aber schneller, wenn man die Dateien direkt auf die Speicherkarte kopiert, da die Übertragungsgeschwindigkeit über das Handy-Datenkabel oftmals nicht besonders berauschend ist.
In der Regel können die Handys direkt MP3-Dateien abspielen. Viele Geräte unterstützen zudem z.B. das AAC-Format, das iTunes von Apple verwendet, oder das WMA-Format von Microsoft. Exoten wie das in der Linuxwelt verbreitete OGG Vorbis sind leider nur selten anzutreffen. Auch können die wenigsten Handys etwas mit kopiergeschützten Formaten anfangen, die man beim Online-Kauf von Musik leider noch immer häufig erhält.
Die Wahl des Dateiformats hilft zudem, den Speicherplatz optimal auszunutzen. MP3 hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, seit dem sind neue Formate entwickelt worden, die noch effizienter wirken. WMA und AAC in der Variante AAC+ benötigen die Dateien nur noch etwa halb soviel Speicherplatz für eine vergleichbare Qualität. Diese hoch komprimierten Formate werden jedoch nicht immer unterstützt. Auch bietet die beim Handy mitgelieferte Software nicht immer die Möglichkeit, vorhandene Musikdateien in ein platzsparenderes Format umzuwandeln, so dass gegebenenfalls eine zusätzliche Software nötig ist.
Die Abspielfunktionen und Ausstattung der Handys selber variiert: Bieten die einen gerade mal eine einfache Wiedergabe der Musikdateien an, ordnen andere die Musik anhand ihrer Informationen über Interpret, Titel und Album und erlauben die Verwaltung von Wiedergabelisten. Wer sein Handy mit dem Hinblick auf seine Musikabspielfähigkeiten auswählt, sollte daher auf diese Eigenschaften achten. Besonders praktisch sind Modelle, bei denen sich die Wiedergabefunktionen über zusätzliche Tasten steuern lassen.
Erwarten Sie beim Kauf eines musikfähigen Handys nicht allzu viel von den mitgelieferten Ohrhörern. Man ist in der Regel gut beraten, wenn man sie direkt in der Verpackung belässt – denn die Qualität ist oftmals sehr bescheiden. Betrachtet man den knapp kalkulierten Preis des Handys im Vergleich zu einem guten paar Ohr- bzw. Kopfhörer, die ab 40 Euro zu haben sind, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Achten Sie daher darauf, dass sich an das Handy Standard-Ohrhörern mit 3,5mm-Klinkenstecker anschließen lassen. Das ist jedoch bei den meisten Modellen mittlerweile möglich, z.T. mittels separat erhältlichen Adapters.